| Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
werte Gäste,
auch ich möchte Sie zum Festabend des Deutschen-Formermeister-Bundes e. V. anlässlich unserer 31. Bundestagung hier in Leipzig herzlich begrüßen.
Nachdem ich den neuen Bundesvorstand vorgestellt habe, möchte ich gern noch einige Gedanken äußern.
Ich denke, ich sollte mich zuerst noch einmal kurz vorstellen.
Ich heiße Heiko Glathe, bin 45 Jahre alt, bin sehr glücklich verheiratet und wohne in Geislingen unweit von Ulm.
Die heutige Wahl hier in Leipzig ist für mich ein besonderes Ereignis. Leipzig ist meine Heimatstadt. In Leipzig geboren, habe ich auch meinen beruflichen Start in Leipzig gehabt. Nach der Ausbildung zum Gießereimechaniker und einem Gießereistudium habe ich ein Jahr als Betriebsingenieur und nach einem weiteren Studium noch einmal ein Jahr als Schichtproduktionsleiter im Metallgusswerk Leipzig, heute Halberg-Guß, gearbeitet.
Von 1991 – 1999 war ich vom Gießereiingenieur bis zum Gießereileiter in verschiedenen Funktionen bei der Eisengießerei Fritz Winter o.H.G. tätig.
Seit Juli 1999 arbeite ich in der Gießerei Amstetten der Heidelberger Druckmaschinen AG als Leiter eines der 2 Produktionsbereiche.
Im Deutschen-Formermeister-Bund bin ich seit 01.02.1992. Ich gebe es ehrlich zu: am Anfang wollte ich gar nicht eintreten. Der damalige Bezirksvorsitzende von Hessen, Hermann Gonter, hatte immer wieder versucht, mich als Mitglied des DFB zu werben. Erfolglos. Ich wollte kein „Vereinsmeier“ werden. Eines Tages aber kam er wieder und sagt: „Heiko, der OV Stadtallendorf feiert am 21. März 1992 sein 30-jähriges Jubiläum und hat 149 Mitglieder. Einer fehlt noch“.
1999 wählten mich die Delegierten in den Bundesvorstand und heute nun zum Bundesvorsitzenden des DFB.
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, für dieses Vertrauen danke ich Euch. Ich bin mir der Verantwortung durchaus bewusst. Ich habe den DFB als einen vielerorts aktiven Fachverband kennen und schätzen gelernt. Es gibt viele persönliche und freundschaftliche Beziehungen der Kollegen untereinander. Für viele unserer Mitglieder ergibt sich erst durch den DFB die Möglichkeit, andere Gießereien besichtigen zu dürfen und Zulieferfirmen besuchen zu können. Die vom DFB organisierten Fachvorträge vermitteln neues Wissen und vielfältige gesellige Zusammenkünfte runden unser Vereinsleben ab.
Aber wir haben als DFB durchaus auch Probleme. Die aus meiner Sicht 5 wichtigsten Problemfelder möchte ich kurz umreißen.
Problemfeld 1:
Wir müssen prinzipiell das Engagement unserer Mitglieder kritisch bewerten. Es ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. In zu vielen Ortsvereinen, aber auch in Bezirksvorständen wird die Arbeit leider nur durch einige wenige hochmotivierte Kollegen getan. Dies sind oft ältere Kollegen, die sich zudem teilweise auch schon im Ruhestand befinden. An dieser Stelle sollten wir alle gerade diesen Kollegen ein großes Dankeschön entgegenbringen. Wie jeder Verein, lebt auch der DFB vom Engagement seiner Mitglieder. Dies müssen wir heben. Lasst uns gemeinsam Gedanken machen und Ideen entwickeln, wie wir dies erreichen können. Der Bundesvorstand wird hierzu eine Diskussion anregen und organisieren.
Problemfeld 2:
Mit der bundesweit abnehmenden Anzahl von Gießereien sterben Ortsvereine aus, die keine Gießereien mehr in ihrer Umgebung haben. Dies ist ein Fakt, welchen wir hinnehmen müssen. Nicht hinnehmen sollten wir aber, dass es hier in Deutschland Gebiete gibt, die völlig „DFB-frei“ sind, obwohl sich dort zum Teil auch große Gießereien befinden. So haben wir auf dem Territorium der ehemaligen DDR nur einen einzigen Ortsverein, den OV Leipzig. Wir vom Bundesvorstand sind zwar bereits werbend aktiv gewesen, bisher aber ohne Erfolg. Aber auch im Westen der Bundesrepublik gibt es Gießereien ohne ein einziges DFB-Mitglied. Obwohl ich ahne, dass es sehr schwer werden wird, müssen wir daran arbeiten, auch in diesen Gießereien für den DFB zu werben, um - hoffentlich - auch dort Ortsvereine gründen zu können.
Problemfeld 3:
Ich denke, wir sollten die Themen und Inhalte unserer DFB-Arbeit immer mal wieder kritisch überdenken. So war z. B. der Austausch von Berufserfahrungen generell und zu ganz konkreten Problemen im Besonderen früher viel ausgeprägter als heute. Aber gerade die Diskussion unter Fachleuten zu ermöglichen und zu fördern, ist eine wesentliche Aufgabe des DFB. Deshalb möchte der Bundesvorstand auf seiner neuen DFB-Internet-Seite eine Plattform für Diskussionen aufbauen und betreuen. Wir sollten uns als DFB aber auch in anderen Themen viel stärker einbringen. Ich denke da z. B. an die Ausbildung von Gießerei-mechanikern und von Gießereimeistern. Wir haben als DFB die Möglichkeit, im VDG-Fachauschuß „Facharbeiter-, Meister- und Technikerausbildung“ und in den einzelnen IHK’s aktiv mitzuarbeiten. Meinungsäußerungen werden wir auch hier auf unserer DFB-Internet-Seite ermöglichen.
Problemfeld 4:
Der DFB unterhält freundschaftliche Beziehungen zu anderen Fachorganisationen, wie dem „Verein-Deutscher-Gießereifachleute“ und zu verwandten Berufsorganisationen, wie dem „Industriemeister Verein“. Diesen Fachorganisationen möchte der Bundesvorstand an dieser Stelle danken für all die Unterstützung, welche sie dem DFB bisher gegeben haben. Wir sollten diese Beziehungen noch viel enger gestalten. Wir haben als Vereine doch oft die gleichen Probleme. Der Bundesvorstand des DFB wird deshalb die kooperative Zusammenarbeit mit diesen Fachorganisationen viel stärker in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen.
Problemfeld 5:
Wir müssen Lösungen finden zu einigen Problemen, welche in unserer Struktur und geographischen Aufteilung begründet sind. Stichworte hierzu sind:
- Was machen wir mit kleinen Ortsvereinen? Ist deren vorgegebene Vorstandsstruktur zeitgemäß?
- Was machen wir mit Bezirken, die nur noch aus 1 OV bestehen?
- Was machen wir für die Mitglieder, welche zum OV-Treffen z. B. 80 km fahren müssen?
u.s.w.
Diese 5 Problemfelder werden die Schwerpunkte in der Arbeit des Bundesvorstandes in den nächsten Jahren sein. Ich bitte alle DFB-Mitglieder um Unterstützung bei der Lösung dieser Aufgaben.
Und jetzt, liebe Kolleginnen und Kollegen, möchte ich zu einem mir sehr wichtigen Teil dieses Festabends kommen. Der Bundesvorstand möchte einige Kollegen für ihre Arbeit ganz speziell ehren und ihnen danken.
Zuerst möchte ich Hans Engeland zu mir bitten.
Hans,
im Mai 1990 wurdest Du in Sindelfingen in den Bundesvorstand gewählt. Damals gab es einen fast neuen Vorstand. Von 7 gewählten Mitgliedern wurden 5 ganz neu in den Bundesvorstand gewählt. Du hast damals die Funktion des Stellv. Bundesvorsitzenden übernommen und warst damit verantwortlich für die Redaktion der DFB-Info. 1999 bist Du in Marburg zum Bundesvorsitzenden gewählt worden.
Zwei besondere Meilensteine Deiner Arbeit als Bundesvorsitzender möchte ich nennen.
- die Neufassung unserer Satzung im Jahr 2002, welche aus rechtlichen Gründen notwendig wurde;
- die Aufhebung der Beitragsbefreiung für Mitglieder, die ins Rentenalter treten.
Auch wenn diese Maßnahme für die Betroffenen unpopulär ist, hat sie dazu beigetragen, dass sich die finanziellen Verhältnisse des DFB stabilisieren.
Hans,
Du hast Deine Arbeit immer mit vollstem Engagement geleistet.
Liebe Kollegen, dies ist ganz besonders zu würdigen. Die Bedingungen für den Hans waren nicht einfach. In den ganzen Jahren hatte Hans seine Arbeitsstätten immer fern der Familie (Stadtallendorf, Heilbronn) – führte also eine Wochenendehe. Und trotzdem war er für den DFB immer da und brachte viel Zeit für ihn auf.
Lieber Hans,
wir möchten Dir deshalb ganz besonders danken. In Anerkennung Deines großen Engagements im Bundesvorstand und Deiner Verdienste für den DFB möchte ich Dich heute mit der „Nadel in Gold mit Brillanten“ auszeichnen. Gleichzeitig möchten wir vom Bundesvorstand uns von Dir verabschieden und Dir einen Gutschein überreichen.
Wir wissen, dass Du ein großer Musicalfreund bist. Genieße mit Deiner lieben Frau ein Musical Deiner Wahl und denk’ in den Pausen an uns.
Und jetzt möchte ich 3 Kollegen zu mir bitten, welche wir zu einem besonderen Jubiläum ehren dürfen:
- Gustav Kullik (OV Bochum) - für 50 Jahre Mitgliedschaft im DFB
- Wilhelm Grüner (OV Nürnberg) - für 40 Jahre Mitgliedschaft
- Werner Domröse (OV Hagen) - für 40 Jahre Mitgliedschaft.
- Manfred Geißler (OV Gelsenkirchen) – für 40 Jahre Mitgliedschaft
Die Ehrungen möchte wir verbinden mit einem Dankeschön an die wohl wichtigsten „Mitglieder“ des DFB – den Ehefrauen. Sie verzichten oft auf ihre Männer, wenn diese für den DFB unterwegs sind. Sehr oft leisten sie aber auch einen sehr aktiven Anteil, indem sie ihre Männer konkrete Unterstützung bei der Arbeit für den DFB geben.
Wir möchte deshalb Ihnen,
- liebe Frau Kullik
- liebe Frau Grüner
- liebe Frau Domröse
- liebe Frau Geißler
- Liebe Frau Engeland
stellvertretend für alle Ehefrauen ein großes Dankeschön aussprechen.
Eine besondere Anerkennung gebührt dem OV Leipzig. Peter Wollesky mit seinem Team hat eine sehr engagierte Arbeit geleistet. Wir wissen, dass der OV Leipzig der jüngste OV ist und nicht zu den größten OV’s gehört. Und trotzdem hatte sich der OV Leipzig der Aufgabe gestellt, diese 31. Bundestagung auszurichten. Peter, es ist Euch hervorragend gelungen.
Weil wir leider nicht allen von Euch persönlich danken können, möchten wir deshalb auch hier Ihnen,
- liebe Frau Wolleski
- liebe Frau Kreusch
stellvertretend für alle Beteiligten, insbesondere natürlich den Ehefrauen, ein Dankeschön überreichen.
Ich möchte mich aber auch bedanken bei unseren Referenten der zwei Fachvorträge
- Herrn Dr. Horst Wolff vom VDG und
- Herrn Reiner Graf von der Fa. Düker, Laufach
für Ihre Bereitschaft, unsere Tagung mit Ihren Fachvorträgen zu bereichern. Ich denke, beide Vorträge werden sehr interessant werden. Den Dank des Bundesvorstandes des DFB möchte ich auch den Geschäftsführern der Firmen aussprechen, welche wir am morgigen Freitag besichtigen dürfen. Dies sind:
- Herr Erich Geibel (Gießerei Halberg Guss GmbH, Leipzig)
- Herr Heinz Rüttimann (Gießerei Georg Fischer GmbH, Leipzig)
- Herr Siegfried Bülow (Autowerk Porsche Leipzig GmbH)
- Herr Jürgen Swierza (Aluminiumgießerei Rackwitz)
- Herr Höfer (Gießerei Stahl- und Hartgusswerk, Bösdorf)
Durch Ihre Unterstützung werden die Werksbesichtigungen überhaupt erst möglich. Gerade Firmenbesuche sind für unsere Mitglieder sehr interessant. Oft entstehen durch „Gesehenes“ neues Impulse für die eigene Arbeit und für Fachdiskussionen unter den Kollegen.
Nun möchte ich Ihnen allen hier im Ramada-Treff-Hotel auf dem Festabend des Deutschen-Formermeister-Bundes einen wunderschönen, erholsamen, geselligen und kurzweiligen Abend wünschen.
Viel Spaß und Glück Auf!
Dr. Heiko Glathe
Bundesvorsitzender
Deutscher-Formermeister-Bund e. V
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